Über tausend Brutpaare des Seeadlers in Mitteleuropa

Radolfzell. Obwohl Pleitegeier über den öffentlichen Kassen kreisen, gibt es Aufwind für den Wappen-vogel von Deutschlands. Der Seeadler, der für den Bundesadler Pate steht, hat sich in Deutschland in den letzten Jahren deutlich erholt. Großschutzgebiete, reduzierte Umweltbelastung und erfolgreiche Arten-schutzprogramme sind nach Angaben der Stiftung Europäisches Naturerbe (Euronatur) der Grund für die Erholung der Seeadlerbestände. In Deutschland siedeln nach Mitteilung der Zeitschrift Corax (Band 19, Sonderheft 1) 40 % der 381 Seeadlerpaare in Naturschutzgebieten und 75 % aller Paare in den gesetzlich definierten Horstschutzzonen.

Besonders erfreulich ist neben der Erholung der Seeadler in Deutschland nach Angaben von Euro-natur ihre Zunahme in der Pannonischen Tiefebene. Hier engagiert sich die Umweltstiftung seit ihrer Gründung im Jahr 1987 für die Ausweisung von großen Schutzgebieten entlang der Flüsse Donau, Save und Drau. Seeadler haben als Bioindikatoren in den 60er und 70er Jahren durch ihren ausbleibenden Bruterfolg die Menschheit frühzeitig vor der Gefahr durch Umweltgifte wie etwa DDT gewarnt. Heute zählen die majestätischen Vögel mit einer Spannweite von über zwei Metern - das entspricht etwa der Größe einer fliegenden Tür - zu den Attraktionen unserer weiten Naturlandschaften in Ostdeutschland und Südosteuropa. Euronatur setzt sich für die Umsetzung nationaler Aktionspläne auch in Deutschland ein, um die Wiederbesiedlung weiterer Regionen zu ermöglichen.

Internet: www.euronatur.org

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