| Vegetarisch leben heißt, auch Tiere leben lassen! |
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Liebe Leserinnen, liebe Leser!
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1987 wurde im Karlsruher Schlachthof das 100-jährige Bestehen gefeiert. Wir vom Verein DIE TIERSCHÜTZER E.V. waren an diesem Tag auch auf dem Gelände des Schlachthofes. An dem Wochenende gab es keine Schlachtungen, keine Schreie zu hören und kein Blut zu sehen oder zu riechen. Die Tageszeitung berichtete am darauf folgenden Montag über das Fest. Wer sich nun genauer informieren wollte, wie dieses Fleisch letztendlich gewonnen wird, hatte die Gelegenheit zu einem Diavortrag und anschließender Führung. Chronologisch wurde im Diavortrag gezeigt, wie aus einem lebendigen Schwein ein saftiger Sonntagsbraten wird. Für Zartbesaitete sagte die Stimme aus dem Kassettenrekorder gleich zu Beginn, daß Töten und Schlachten unvermeidliche Voraussetzungen für einen Sonntagsbraten seien. Wer dies nicht wahrhaben wolle, müsse auf Fleisch verzichten und vegetarisch leben. [...] Wer anschließend noch die Führung durch die Schlachthallen mitmachte, konnte sich kaum vorstellen, daß hier pro Stunde etwa 100 Schweine verarbeitet werden. Aber nach den teilweise recht eindrucksvollen Dias hat hier manch einer erleichtert aufgeatmet ob der strahlend weißen Wände, der gescheuerten Steinböden und der glänzenden Maschinen, Rollbändern und Wannen. Am Rande dieses Geschehens gab es aber auch eine kleine Gruppe, die von diesem Fest nicht begeistert war: Tierschützer, überzeugte Vegetarier. Im Gespräch wollten sie die Besucher zum Nachdenken anregen, ob es notwendig sei, so viel Fleisch zu essen. Sie kritisierten, daß bei den vielen Schlachtungen kein Platz für Tierschutz sei, protestierten gegen die Werbung, in der es heißt, Fleisch ist ein Stück Lebenskraft und wollten sich nicht zuletzt dafür einsetzen, daß pro Gaststätte auf der Speisekarte ein vegetarisches Gericht als Alternative zu Fleischgerichten zu finden ist. Ihr Thilo Raiskup |
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TIERSCHÜTZER MAGAZIN, Postfach 5366, D- 76035 Karlsruhe wurde 2007 in TIER-ABC umbenannt. |
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